• Kristin Zimmer

L-Thyroxin - Eine Beziehung für's Leben

Ich bin nicht unbedingt ein Routinemensch. Ich mag Veränderungen. Es gibt inzwischen zum Glück auch einige wichtige Konstanten in meinem Leben, die ich sehr schätze, ich habe auch Tattoos, die definitiv lebenslang sind und auch nicht so ganz schmerzfrei waren, aber als der Arzt mir mit L-Thyroxin drohte, wurden mir gleich die Finger nass.

Dafür bin ich nicht der Typ. Einfach 'Ja' sagen. 'Ja, okay'. Ist ja nur morgens eine kleine Tablette. 'Wie sind die Aussichten, dass ich sie nach einer Zeit wieder absetzen kann?' - "Kann man nicht sagen". Na dann.


L-Thyroxin hat definitiv Rechtfertigung - bei einer deutlichen Störung in Funktion und Größe der Schilddrüse. Doch, leider, wird es oft und immer noch viel zu früh verschrieben. Die Richtlinien für die Höhe der relevanten Laborwerte wurde zwar kürzlich angepasst und gibt den Ärzten eigentlich vor, das Medikament erst weitaus später zu verabreichen - doch das ist längst nicht überall durchgesickert; ehe man sich versieht, hat man einen neuen lebenslangen Partner, obwohl man ihn eigentlich gar nicht braucht. Und wie endet das meist, wenn man sich das antut?


Viele Menschen haben wirklich Bedarf, da steht keine Diskussion zur Debatte. Dazu gehören: Wer kombiniert mit einem nicht mehr physiologischen TSH-Wert deutlich an Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Verminderter Konzentrationsfähigkeit und z.B. Gewichtszunahme leidet. Abweichungen an den Laborwerten fT3 & fT4. Pathologische Veränderungen an der Schilddrüse, die sich durch Ultraschall feststellen lassen. Häufig zu finden: Zysten, Gewebsrückgang oder -wucherung ! Frauen mit aktiven Kinderwunsch mit einem TSH-Wert höher als 2 ! Warum? Die Schilddrüsenfunktion ist maßgeblich an Konzeptionsfähigkeit und Erhalt der Schwangerschaft beteiligt. Außerdem erhöht sich die allgemeine Leistungsfähigkeit, die wir mehr als brauchen!


Doch wer die Diagnose 'latente (leichte) Unterfunktion / Überfunktion' bekommt, sollte erstmal abwarten, Tee trinken, informieren, überlegen, Lebensstil anpassen, Supplemente aus der Natur hinzuziehen. Und vor allem: weitere Meinungen einholen. Die Notwendigkeit direkt auf das Medikament zu greifen, sollte auf verschiedenen Gründen beruhen. Gibt es Symptome? Gibt es Veränderungen an der Schilddrüse? Besteht ein Kinderwunsch?


Mein Internist verschrieb mir 50ug von dem kleinen Tablettchen weil sich mein TSH-Wert (Standard Blutparameter mir Aussagekraft über die allgemeine Funktion der Schilddrüse) im Blut über 4 Monate hinweg ständig im Grenzbereich bewegte - verständlich. Es ist Vorsicht geboten, er muss sich an seine Pflichten halten. Wäre ich die 'Ja-Sagerin', hätte ich das hingenommen. Der Arzt hat es ja gesagt! Ich hätte damit angefangen, und womöglich nicht mehr aufgehört. L-Thyroxin hat im Vergleich zu anderen Dauermedikamenten zwar noch wenig 'Nebenwirkungen', aber ist es die Natur? Nein. Beseitigt es die Ursache? Überhaupt nicht. Es greift in die Regulation ein. Vielleicht an richtiger Stelle. Vielleicht aber auch nicht.


Ich nahm also eine zweite Meinung in Anspruch, bevor ich mir den Ring anlegen ließ. Und das ist wirklich auch alles, was ich mit diesem Beitrag bezwecken will - mehrere Meinungen einzuholen, egal wie 'groß oder klein' der geplante Eingriff in deinen Körper ist! Ein anderer Hausarzt, große Familie, hippe Sneakers, Hobby-Fotograf auf Reisen, grundsätzlich vorsichtig im Umgang mit Medikamenten erzählte mir von der neuen Richtlinie an Ärzte. Diese gibt vor, erst ab einem TSH-Wert von 10 Medikamente zu verschreiben. Mein schlechtester Wert lag bei 5. Er riet mir davon ab, schon jetzt damit zu beginnen und bot mir an, den Wert bei ihm regelmäßig zu prüfen. Ich war erleichtert. Nach wie vor besorgt, aber erleichtert.


Natürlich blieb ich dabei. Entgegen der Ärzte sättigte ich außerdem meine Jod-Versorgung (nicht nur über jodiertes Salz + Seealgensalat), sondern nach dem Protokoll von 'Kyra Hoffmann'. Der nächste Termin beim Internisten war aber schon vereinbart, also ließ ich dort noch ein paar Tropfen Blut, auch wenn ich das Medikament nie abgeholt habe. Der freudige Anruf erfolgte zwei Tage später. 'Frau Zimmer, der Wert ist gesunken auf 3,5. Das Medikament ist richtig eingestellt, wir behalten es weiter im Auge.' Still grinsend bedankte ich mich und verkündete, dass ich den Wert fortan beim Hausarzt kontrollieren lassen werde.


Der TSH-Wert hat wichtige Aussagekraft über die Funktion unserer Schilddrüse, und damit über unser Hormonsystem und unseren Stoffwechsel. Mein Ziel ist es, den Wert auf unter 2 herunterzubringen. Sollte sich die Situation wieder verschlechtern, steht auch noch der Einsatz 'bio-identischer Hormone' zur Verfügung, die in Amerika schon erfolgreich eingesetzt werden und auch von einigen Ärzten in Deutschland verschrieben werden können. Vorbeugend überlege ich auch in Produkt der Firma 'Pascoe' für eine Weile auszuprobieren.


Ich bin kein Feind der Schulmedizin. Wirklich, kein bisschen. Es gibt für mich kaum etwas interessanteres, als die Medizin! Aber das schulmedizinische Denken hilft selten wirklich bei chronischen Erkrankungen, Beschwerden, da es eine 'schnelle' Medizin ist, eine Notfalllösung, meist Symptomunterdrückung. Ganz zu schweigen von den vielen Lobbies und der Pharmaindustrie. Und hingegen den wunderbaren Möglichkeiten der Natur.


UPDATE: Da ich ab Mai 2018 immer schwächer wurde, vor allem emotional, ließ ich meinen TSH-Wert wieder messen und er war auf 6,8 gestiegen. Um zu funktionieren, viel zu hoch. Da muss ich doch nach eigenen Erfahrungen über die neue Richtlinie 'alles easy bis zu einem TSH von 10 doch ziemlich schmunzeln. Da geht es schon echt wieder eher ums 'ÜBERleben' als ums leben, funktionieren. Ich war bei einem Wert von fast 7 wirklich gänzlich am Ende meiner Kräfte.


Ich ließ mich auf L-Thyroxin ein. Der Arzt gab mir 75ug. Anfangs war eine deutliche Leistungssteigerung zu erkennen - Ende August ließ das ganze wieder nach. Weiterhin wurde mein Zyklus kürzer. Der Test im September kam mit einem TSH von 0,09 raus. Zu niedrig. Von der Unter- in die Überfunktion. Ich sollte meine Tablette halbieren. 37ug. Der Test im November kam gleich raus. Immernoch Überfunktion. Ich sollte komplett absetzen.


Mein Körper hat die Achterbahnfahrt nicht so gut vertragen - mein Reizdarm- Reizmagen war völlig am Ausrasten, die Müdigkeit wieder endlos - Test im Dezember kam mit TSH 4,7 raus. Nächste Probe für Laborratte Kristin. 25ug L-Thyroxin. Es wirkt, aber an den falschen Stellen. Mein Körper reagiert sensibel darauf, der Zyklus wird wieder kürzer, die Magen-Darm Beschwerden sind immernoch außer Rand und Band, der Wert Anfang Februar bei 3,8 - immernoch zu hoch. Und bietet der Arzt ein erweitertes Schilddrüsenprofil (Blutbild) an. Nein. Wieso auch? Es macht doch einen heiden Spaß, die junge Frau auf Achterbahnfahrt zu schicken... Was für ein System. Ich bin mal wieder schockiert und enttäuscht.


Am 26.02.19 gehe ich endlich zum Endokrinologen. Update folgt. Verzweiflungslevel auf einer Skala von 1 - 10 ? 9. Wenn sich nicht bald etwas bessert, muss ich mir was ganz Neues einfallen lassen. Es sollte spannend bleiben!


UPDATE März - April 2019: Der Besuch bei Endokrinologie und, wiedermals Internist war furchtbar. Furchtbar Ideenlos. Furchtbar wenig Hilfsbereitschaft. Keine Inspiration seitens der Endokrinologin bezüglich des Ursprungs des schwankenden TSH-Werts bei immer unauffälliger Schilddrüse über den Ultraschall. Keine Idee, warum das Medikament meinen Körper und vor allem Zyklus durcheinanderbringt. Wirklich keine.


Auch vom Internisten keine Neuigkeiten. Zu diesem Zeitpunkt war ich am verzweifeln. Totale Funktionseinschränkungen von oben bis unten, Völlegefühl auf leeren Magen - Aufstoßen auf leeren Magen - Blähungen, die nicht von dieser Welt waren. Diese Symptome hätten auf viele ernstere Geschehen hindeuten können und ich kann bis heute kaum glauben, dass ich ohne Magenspiegelung abgespeist wurde mit den gleichen Worten wie immer: "Sie haben eben einen Reizmagen & Reizdarm. Das ist so und damit muss man vielleicht lernen zu leben."


Wohl eher zu überleben. Mir ging es zu diesem Zeitpunkt wirklich so übel, dass ich mindestens 1x die Woche heulend im Bett saß, geplagt von dem Stein in meinem Magen.


Doch all das brachte mich dorthin, wo ich jetzt bin, an einen Ort der Genesung, an einen Ort des Verständnis. An einen Ort, wo ich keinen Reizmagen, und auch keinen Reizdarm mehr habe. Ich war, zuerst niedergeschmettert, dann mit neuer, letzter Kraft motiviert und wusste: Nur ICH kann mir helfen. Und ich habe einen Weg gefunden. Bereits einen Monat später war ich den Stein im Magen los und konnte es kaum glauben.


UPDATE JANUAR 2020: Einen Blog dazu werde ich in Kürze verfassen unter dem Titel 'Meine Erfahrungen mit Medical Medium und EBV'. Bleibt dran, wenn ihr ihn lesen wollt!


Quellen:

Dr. Platt, Michael E., 'Die Hormon Revolution', 10. Auflage 2017Hoffmann, Kyra et al., 'Jod. Schlüssel zur Gesundheit', 3. Auflage 2017


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